09. Februar 2017

Wohnraum für ausländische Arbeitnehmer

Mietwohnungen in der Stadt Zürich sind sehr begehrt. Entsprechend wird es immer schwieriger, zahlbaren Wohnraum zu finden. Experten sprechen vom überkauften Markt oder gar von Wohnungsnot. Fakt ist, dass der Wohnungsmarkt in Zürich für Investoren rentiert. Ein lukratives Geschäftsmodell, um aus der aktuellen Situation Kapital zu schlagen, ist das Vermieten von vollständig möblierten und mit WLAN, Reinigungs- und/oder Wäschedienst ausgestatteten Wohnungen, sogenannten Apartmentwohnungen.

In der Stadt Zürich werden aktuell 2'400 solcher Apartmentwohnungen angeboten. Folglich ist bereits heute gut jede hundertste Wohnung professionell bewirtschaftet. In einigen Stadtkreisen sind es sogar deutlich mehr, so beispielsweise im Kreis 3 (Wiedikon), wo die Zahl der Apartmentwohnungen 18.4% beträgt, im Kreis 4 (Aussersihl), wo es deren 15.9% sind oder im Kreis 6 (Unterstrass), wo 13.4% der Wohnungen möbliert angeboten werden (Quelle:Tagesanzeiger).

Die möblierten und professionell bewirtschafteten Wohnungen sind insbesondere für junge, ausländische Arbeitnehmer sehr interessant (82% der Mieter), da sie oftmals für Projekte eingestellt werden und nur für eine begrenzte Zeit in der Schweiz bleiben. Der Aufwand, eine Wohnung selbst einzurichten, lohnt sich für diese Arbeitnehmer kaum. Viel einfacher ist es, eine sofort bezugsbereite Wohnung zu wählen. Hinzu kommt, dass die zusätzlichen Kosten in solchen Fällen meist (zumindest teilweise) durch den Arbeitgeber oder den Einsatzort gedeckt werden, da diese gemäss Praxis des Amts für Wirtschaft und Arbeit Zürich die Kosten für Unterkunft und Verpflegung von in die Schweiz entsandten Arbeitnehmern übernehmen müssen.

Tatsächlich sind solche zusätzlichen Zahlungen für Bewohner von Apartmentwohnungen sehr willkommen, um nicht zu sagen notwendig: Ein Ein-Zimmer-Apartment kostet ca. CHF 2'000 – 4'000 monatlich, für Mehr-Zimmer-Apartments können gut über CHF 9'000 im Monat verlangt werden. Trotz der hohen Preise läuft das Geschäft mit den bewirtschafteten Wohnungen sehr gut und es ist zu erwarten, dass das Angebot in den nächsten Jahren noch zunimmt.

Diesem Trend sehen nicht alle mit Freude entgegen, denn es wird befürchtet, dass normale Wohnungen mit zum Teil langjährigen Mietern verdrängt werden könnten. Linke Politiker befürchten ausserdem, dass ganze Quartiere in Mitleidenschaft gezogen werden könnten, weil zu wenige Leute mit (längerfristigem) Engagement für das Quartier zurückbleiben. Ausserdem wird beklagt, es bestehe die Gefahr, dass die Apartmentwohnungen den ohnehin schon limitierten Wohnraum in der Stadt Zürich weiter einschränken. Auch wenn die Situation aktuell (noch) nicht als problematisch zu beurteilen ist, ist es sicherlich zu empfehlen, dass die weitere Entwicklung genau beobachtet wird.

(UHA/VSRO)

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